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19.05.2012 00:39

Schulische Inklusion – was ist das?

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Montag, den 06. Februar 2012 um 21:43 Uhr

Schulische Inklusion – was ist das?

Der Begriff fällt neuerdings öfters. Wer sich mit dem Begriff der Inklusion befasst, landet in einer Schlucht. Die auf der einen Seite haben keine Ahnung, was das eigentlich bedeuten soll. Die auf der anderen wissen es so genau, dass schnell Streit über winzige Details ausbricht.

 

Der Begriff Inklusion (lateinisch inclusio, „Einschluss“) bedeutet so auch Einbeziehung, Einschluss, Eingeschlossenheit, Dazugehörigkeit (finden wir auf Wikipedia).

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die 2008 in Kraft trat, fordert die ratifizierenden Staaten auf, alles (im Rahmen der staatlichen Möglichkeiten) zu unternehmen, damit behinderte Menschen selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein können. Menschen mit Behinderungen sollen nicht erst mühsam durch Maßnahmen in die Gesellschaft integriert werden, sondern von vornherein dazugehören. Mit der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention verpflichten sich die Staaten, Barrieren abzubauen, keine Diskriminierung zuzulassen und Abstand zu nehmen von der Sonderbeschulung. In Deutschland ist die Behindertenrechtskonvention 2009 in Kraft getreten.

Die schöne Theorie: Durch die Aufnahme behinderte Schüler in die sogenannte Regelschule, also raus aus der Förderschule, sollen sie besser integriert werden, mehr lernen und haben später bessere Chancen im Beruf. Die nicht behinderten Kinder würden durch den täglichen Umgang mit Behinderten sozialer und offener.

Das Thema ist komplizierter, als es aussieht. In Sachsen gibt es ein dichtes Netz von Förderschulen, mit gut ausgebildeten Lehrkräften und weiteren speziellen Angeboten für die Schüler und Schülerinnen. In diesen Schulen sind für die besondere Aufgabenstellung der sonderpädagogischen Förderung in kleinen Lerngruppen speziell ausgebildete Lehrer tätig, die mit besonderer Fachkompetenz und Hingabe daran arbeiten, die Bildungschancen und Lebenssituation benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu verbessern. Viele Eltern wollen diese speziellen Angebote nicht missen.

Die Aufgabe der Politik wird sein, einen Mittelweg zu finden, zwischen den hochspezialisierten Angeboten der Förderschulen und Angeboten der Regelschulen für junge Menschen mit Behinderungen.

Im Jahr 2011 wurde vom Kultusministerium ein inhaltlich unabhängiges Expertengremium eingesetzt, das sich mit den Fragen der schulischen Inklusion befassen wird. Bereits heute ist ein frühes Hinsehen wichtig, um schon frühzeitig z. B. Auffälligkeiten in der emotional-sozialen Entwicklung oder im Lernverhalten bei Kindern zu entdecken und gegensteuern zu können. Der gemeinsame Schulbesuch wird ausgebaut.

Zum Weiterlesen:

http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/160767

http://www.sachsen-cdu-politik.de/2011-05/christine-clauss-aus-integration-wird-inklusion-2188/

http://www.alle-inklusive.de/?p=5033

http://www.montag-stiftungen.de/jugend-und-gesellschaft/projekte-jugend-gesellschaft/projektbereich-inklusion/kommunaler-index-fuer-inklusion/film-inklusion.html?tx_powermail_pi1%5BmailID%5D=35341&tx_power

http://www.landeselternrat-sachsen.de/fileadmin/ler/daten/10foerderung/03inklusion/1109_InklusiveSchuleSachsen-Gr%C3%BCttner.pdf


Zitat

Freiheit ist nicht nur ein Recht. Freiheit ist eine permanente Aufgabe, ein dauerhafter Prozess.

Kurt Biedenkopf

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